Gefechtsdienst - Tarnen-Beobachten-Annähern an ein Ziel

25.05.2019, von Jochen Enders, Volkach

Bild: Gefechtsdienst - Tarnen-Beobachten-Annähern an ein Ziel

Markus Eckert

Wie kann ich mich einem Beobachtungsobjekt nähern, ohne dabei entdeckt zu werden?
Diese Frage stellte sich den Teilnehmern des ersten „grünen Ausbildungswochenendes“ der Kreisgruppe Schweinfurt Hassberge.
Die Gefechtsdienstthemen Tarnen, Annäherung an ein Ziel und Beobachten von Objekten und Geländeabschnitten im Rahmen eines kleinen Spähtrupps waren die spannenden Themen, die an den beiden Ausbildungstagen auf dem Wasserübungsplatz in Nordheim den Teilnehmern in Theorie und Praxis vermittelt werden sollten.

Die Ausbildung wurde von dem ehemaligen Scharfschützen und Hörsaalleiter der Scharfschützeninspektion OSFw Michael Schneider geleitet. Unterstütz wurde er hierbei von dem ehemaligen Scharfschützenausbilder und hochspezialisierten Infanteristen – unserem Fw-Res SFw Eckert und den extra für diese Ausbildung mit einer Spezialausbildung versehenen Stabsunteroffizieren Christian Schmitt und Jochen Enders.

Für diese Ausbildungen kamen nicht nur Teilnehmer aus der Kreisgruppe SW/HAS und den angrenzenden Kreisgruppen, sondern es konnten auch Teilnehmer aus dem benachbarten Bezirk Oberfranken und sogar 2 Teilnehmer aus dem Raum München begrüßt werden, was wiederum den Stellenwert der Ausbildung unterstrichen hat.

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Markus Eckert

Nach einem Frühstück ging es auch gleich am Morgen mit den ersten Ausbildungsmodulen los. Hierbei wechselte sich immer ein Theorieteil mit einem Praxisteil ab, so dass die Teilnehmer das was sie im Unterricht gelernt hatten, auch gleich in der Praxis ausprobieren konnten.

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Jochen Enders

Los ging es mit dem Part Beobachten. Im Unterricht vermittelte OSFw Schneider die Grundlagen die für eine Beobachtung wichtig sind und wie wichtig ein ordentliches Beobachtungsergebnis für die übergeordnete Führung ist. Ausbildungsthemen waren u.a. das Erstellen von Skizzen, das Beobachten von Gelände und Objekten, Feststellen von Auffälligkeiten.

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Jochen Enders

Beobachtungsübung - Blick ins Gelände

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Jochen Enders

Im Anschluss erfolgte die erste Beobachtungsübung. Auf einer Entfernung von ca. 50m mussten die Kameraden ein vor ihnen liegenden Geländeabschnitt beobachten und Auffälligkeiten im Gelände lokalisieren und auf einer Ansichtsskizze und Meldeformular festhalten. Bei den Auffälligkeiten konnte es sich um Kampfmittel, Waffen, Ausrüstungsgegenstände oder Personen handeln.

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Jochen Enders

Beobachtungsübung

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Jochen Enders

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und mit Unterstützung der Ausbilder konnten dann doch schon gute Ergebnisse erzielt werden. Nach dem Mittagessen wurde das Ganze noch mal gesteigert und die Teilnehmer mussten nun wieder an einem anderen Geländepunkt und auf Entfernungen bis ca. 150m ebenfalls wieder das Gelände lokalisieren und Auffälligkeiten melden.

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Jochen Enders

Beobachter als Feldposten bei der Annäherungsübung

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Markus Eckert

Als nächstes folgte ein Unterricht von OSFw Schneider zum Thema Tarnen, dass dann im Anschluss durch die Stabsunteroffiziere Enders und Schmitt sowie dem SFw Eckert ausführlich in den vielfältigen Möglichkeiten dargestellt worden ist. Die Ausbilder zeigten u.a. wie man eine Körper- und Gesichtstarnung erstellt, Tarnfächer und -schirme baut, Dreibeine für die Auflage von Beobachtungsgeräten und Waffen und vieles mehr.

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Jochen Enders

Schwerpunkt lag hier bei der Nutzung natürlicher Tarnmittel aus der Natur, nach dem Motto „Einfach und Effektiv“. Danach hatten die Kameraden viel Zeit ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und verschiedene Tarnausrüstung herzustellen.
Der erste Tag wurde mit einem gemütlichen Kameradschaftsabend mit Bratwurst, Steak und Bier am Lagerfeuer abgeschlossen.

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Jochen Enders

Kamerad beim Herstellen eines Tarnschirmes

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Jochen Enders

weitere Kameraden beim Herstellen eines Tarnschirmes

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Jochen Enders

getarnter Reservist

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Jochen Enders

Tarnschirm mit teilgetarnter Waffe

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Jochen Enders

Der nächste Tag begann mit Morgensport. Es wurde ein kleiner Erinnerungslauf durchgeführt. Hier sollte sich der Reservist beim lockeren Geländelauf verschiedene Sachen merken, wie Wetterdaten, auf der Strecke platzierte Gegenstände und Einiges mehr. Danach gab es im U-Raum einen kleinen Wissenstest bei dem einige Sachen aus dem Lauf abgefragt worden sind.

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Jochen Enders

Gedächtnislauf

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Christian Schmitt

Gedächtnislauf

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Jochen Enders

Befehlsausgabe an den Spähtrupp für die Annäherungsübung

Die Aufgabe der Spähtrupps war es, sich in einem bestimmten Zeitfenster den Feldposten unter Ausnutzung des Geländes und mit Hilfe der erlernten Tätigkeiten zu nähern ohne dabei selbst von den Feldposten entdeckt zu werden. Konnte sich der Spähtrupp dabei soweit in dem Beobachtungsbereich vorschieben und den Feldposten beobachten ohne gesehen zu werden, gab er einem Schuss ab um zu signalisieren, dass er seinen Auftrag so erfüllen kann ohne gesehen worden zu sein. Danach hat das Ausbildungsteam die Beobachtungsstellung und das Verhalten des Spähtrupps bewertet, der sich dann im Anschluss wieder ungesehen zurückziehen musste.

Nach der Körperpflege und dem Frühstück kam es zum Höhepunkt und der Königsdisziplin des Ausbildungswochenendes – den Annäherungsübungen. Hierbei sind die Teilnehmer in 2 Gruppen eingeteilt worden – in Beobachter Feldposten und Beobachter Spähtrupp. Die Spähtrupps sind dabei immer in 2 Mann Teams eingeteilt worden – einem Beobachter und einem Nahsicherer.

Im zweiten Durchgang wurden die Rollen und die Örtlichkeiten gewechselt, so dass jeder Teilnehmer die Chance hatte sich einmal Anzunähern und dann zu Beobachten.

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Jochen Enders

Herstellen eines Dreibeins

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Jochen Enders

Tarnmöglichkeiten und Dreibein

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Jochen Enders

Tarnschirm im Gelände

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Jochen Enders

Dreibein im Einsatz

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Jochen Enders

verstecktes Kampfmittel

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Christian Schmitt

Erläuterung zu stabilen Waffenanschlag

Die Übung war ein voller Erfolg und den Teilnehmern wurde hier schnell vermittelt, wie schwer es ist sich ungesehen einem Ziel zu nähern und wie schwer es wiederum ist, ein Ziel im stark bewachsenen Gelände zu identifizieren.

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Christian Schmitt

stabiler Waffenanschlag auf Dreibein

Am Ende der fordernden Veranstaltung waren die Teilnehmer positiv überrascht, dass man bei vermeintlich leichten Themen doch so viel lernen kann, seiner Kreativität freien Lauf lassen kann und die Ausbildungsabschnitte durch die Ausbilder so gut vermittelt worden sind.
Die Teilnehmer waren der Meinung das man diese Themen bei weiteren Veranstaltungen vertiefen sollte.

Die Kreisgruppe bedankt sich bei den Ausbildern OSFw Schneider, SFw Eckert, SU Schmitt und SU Enders die hervorragend durch die Ausbildung geführt haben und auch im Vorfeld einiges an Freizeit investiert haben um eine interessante Ausbildung zu ermöglichen.
Außerdem möchten wir uns bei der Scharfschützeninspektion in Hammelburg für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken und dass sie uns einiges aus ihrem Ausbildungs- und Darstellungspool zur Verfügung gestellt haben.
Wir würden uns auch freuen, wenn in Zukunft noch mehr Reservisten die Veranstaltungen besuchen und sich aktiv einbringen.